Tag 160,
Bula!
Aus der Reise Laos, Vietnam, China, Australien, Neuseeland, Französisch Polynesien 2025/26
Eintrag 95 von 99
Bula ist auf Fiji die übliche Begrüßung und man hört sie überall. Von Nadi fahre ich ohne konkretes Ziel an der Küstenstraße, der Queens Road, entlang. Bis zur Hauptstadt Suva werde ich jedoch nicht fahren. Das wären knapp 200 Kilometer und Suva hat nichts Besonderes zu bieten. An der Südküste ist jedoch ein circa 80 Kilometer langer und Coral Coast genannter Abschnitt zwischen Sigatoka und Pacific Harbour, den ich mir mal anschauen möchte. Dort begann wohl der Tourismus auf der Insel mit dem Bau der ersten Hotels. Ich bin jedoch enttäuscht von der Strecke. Nicht nur, dass man die meiste Zeit aufgrund der Vegetation nichts vom Meer sieht, sondern es gibt eigentlich auch keine öffentlichen Zugänge zum Strand. Da man nicht weiß, wie es hinter den Pflanzen aussieht, bedarf es wohl Insiderwissen, um schöne Plätze zu finden, die auch erreichbar sind. An den schönsten Plätzen sind ja auch vornehmlich irgendwelche Resorts, die durch Mauern und Wachpersonal abgeriegelt sind. Ich breche die Fahrt ab und kehre um. In Korotogo halte ich noch an dem kleinen Café Planet (öffnet in neuem Tab) an, das direkt an der Hauptstraße liegt. Dort bekommt man, wenn nicht gerade Dienstag ist, nicht nur alle bekannten Kaffeezubereitungen aus selbst gerösteten Bohnen, sondern auch noch Tee, selbstgemachte Limonade etc. Ich versuche noch den Natadola Beach zu erreichen, was sich aber als echt schwierig herausstellt, da Google Maps mich mehrfach irgendwo hinführt, wo es nicht weitergeht. Im Dorf Sanasana kommt ein Erwachsener und die ganze Kinderschar des Dorfes auf mein Auto zu. Der Mann sagt mir, wann ich wo abbiegen muss, um zum Strand zu kommen. Als ich endlich dort ankomme, stürzen gleich ein paar Leute auf den vermutlich einzigen Touristen des Tages, um irgendetwas zu verkaufen. Neben Reiten und Massage sind auch noch andere Dienstleistungen im Angebot. Ich vertröste sie auf morgen und mache mich nach einem kurzen Blick auf den Strand auf den Rückweg.
Den relativ ereignislosen Tag beende ich in Nadi mit einem Friseurbesuch für 10 FJD (4 €). Da wohl eher selten ein Tourist in den Salon kommt, sind die Angestellten ziemlich amüsiert, aber es geht schnell und das Ergebnis passt.
Heute ist ja meine Tour. Ich habe die South Sea Island Half Day Trip and Boat Cruise oder kurz Combo Cruise (öffnet in neuem Tab) gebucht. Die Combo deshalb, weil man dort mehr von der Inselwelt sieht. Um 8:45 Uhr geht es mit einer halbstündigen Bootsfahrt los zu einer ganz kleinen, unbewohnten Insel, auf der für diese Veranstaltungen ein paar Palmen und Hütten stehen.
Nach der Ankunft gibt es erstmal ein Briefing hinsichtlich der Aktivitäten und des Zeitplanes. Im Angebot sind Schnorcheln am Riff, Fahrt mit einem halb tauchfähigen U-Boot mit Glaswänden, BBQ Buffet, Getränke (Bier, Wein, Softdrinks). Nach dem Briefing geht es erstmal ab in die Hängematte.
Leider sind die Lautsprecheransagen nicht überall gut zu hören. In der Mitte sind sie zu laut und am Strand hört man sie gar nicht. Alles sehr touristisch auf jeden Fall. Das Buffet ist sehr üppig und lecker. Dazu gibt es noch eine „Meke“ Performance, die eine gute Südseestimmung macht.
Beim Laden werden Daten an YouTube übertragen.
Direkt auf YouTube ansehen (öffnet in neuem Tab)Nach dem Mittag frage ich, wann es denn weitergeht mit dem Boottrip, und man sagt mir, dass es genügt, wenn ich um 12:30 Uhr vorne am Strand bin. Ich bin schon ein paar Minuten vor der Zeit dort und sehe, wie ein paar Leute von einem kleinen Tenderboot auf das große steigen, das dann unmittelbar danach abfährt. Es ist mir ein Rätsel, wie man es auf dieser kleinen Insel nicht hinbekommt, alle Gäste, die eine Combo Tour gebucht haben, auf das Boot zu bekommen. Wenn 5 Personen das gebucht haben und nur 4 auf dem Boot sind, dann muss man eben die fehlende Person suchen. Könnte ja auch sein, dass die nach ein paar Bier eingeschlafen ist. Sehr unprofessionell, zumal es nur zwei Minuten gedauert hätte, mich vom Strand zu dem Boot zu fahren. Das Personal vertritt dann auch noch den Standpunkt „dein Problem“, was mich zusätzlich ärgert. Nun hänge ich hier noch den ganzen Nachmittag fest und sehe nichts. Nach einer Weile bietet mir der Manager zumindest an, die Zeit in einem der Übernachtungsbungalows zu verbringen. Dort ist es wenigstens nicht so laut und es gibt eine Klimaanlage, ein Bett, eine Dusche und eine ungestörte Terrasse. Trotzdem sehr ärgerlich das Ganze.
Da Viti Levu für Schnorcheln und Strandurlaub nicht optimal ist, wäre es vermutlich eine gute Option, sich beim „nächsten Mal“ einen Bula Pass zu kaufen, mit dem man eine bestimmte Anzahl von Tagen Island Hopping machen kann.
Zum Abendessen bin ich zu Sweet Laisa’s Kitchen gefahren. Ein unscheinbares Restaurant an der Hauptstraße. Meine letzten Fiji Dollar reichen gerade noch für einen Kumquat Saft und Kokoda mit Cassava. Kokoda ist ein traditioneller kalter fidschianischer Salat aus rohem Fisch in Kokosmilch, der Ceviche sehr ähnlich ist, und Cassava ist Maniok, also quasi die Kartoffel der lokalen Küche. Es ist sehr lecker, allerdings eine Riesenportion. Während des Essens zieht ein heftiges Gewitter über uns. Das Regenwasser läuft sturzbachähnlich von den Dächern und die Straße ist überschwemmt. Der Donner ist so heftig, dass es mir unter dem Pavillondach etwas unheimlich wird.