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Ich verlasse am Vormittag Cairns und fliege nach Darwin, der Hauptstadt des Northern Territory. Etwas mehr als 2,5 Stunden dauert der Flug. Schon während der Landung sieht man, dass die üppigen tropischen Regenwälder von Queensland einer eher savannenähnlichen Gegend gewichen sind. Auf circa 1,35 Millionen Quadratkilometern leben in dem Bundesstaat nur circa 1/4 Million Menschen.

Am Flughafen gibt es wieder das Problem, den Pick-up-Point für das Shuttle zum Mietwagenverleiher zu finden. Dort angekommen macht man mir das Angebot, für einen kleinen Aufschlag einen nagelneuen Ford Everest zu mieten. Der ist mit nur 24 Kilometern Laufleistung gerade hereingekommen. Nach kurzer Überlegung stimme ich dem Promo-Deal zu. Ein wirklich fetter Offroad-SUV wird mich also die nächsten Tage begleiten.

Mit circa 157.000 Einwohnern liegt Darwin auf Platz 16 in Australien. Gegen 15 Uhr komme ich in der Unterkunft an, fahre aber gleich noch einmal los, um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Bei dem Bier, das man ja nur im Liquor-Shop bekommt, muss man hier im Northern Territory sogar noch den Ausweis oder Führerschein vorlegen, der dann zu dem jeweiligen Einkauf gescannt wird. So etwas wie Datenschutz gibt es hier wohl nicht. Der Staat, der ja ein solches Gesetz verabschiedet hat, kann somit personifiziert für jeden Kunden sehen, welcher Alkohol von wem in welchen Mengen gekauft wird. Vermutlich gibt es dann sogar einen Brief, wenn eine gewisse Grenze überschritten wird. Während ich durch das kleine Stadtzentrum fahre, fällt auf, dass es hier ziemlich viel Street-Art gibt. Es sind auch deutlich mehr Aboriginals zu sehen. Da die Bezeichnungen der Ureinwohner ja überall im Wandel sind, ist eine aktuell gängige und scheinbar politisch korrekte Bezeichnung aktuell wohl „Aboriginal Australians“. Ob die Menschen jedoch nur von der Regierung offiziell anerkannt und wertgeschätzt werden, oder ob das auch im Alltag praktiziert wird, frage ich mich allerdings.

Auch kurz vor Sonnenuntergang, der Ende April gegen 18:30 Uhr ist, sind es noch über 30 °C. In der Nacht kühlt es noch ein paar Grad ab, aber zum Sonnenaufgang um 7 Uhr steigt das Thermometer bereits wieder.

Schon lange hatte ich auf meiner Bucket-Liste den Kakadu National Park, ohne mich jedoch im Detail damit beschäftigt zu haben. Heute ist es so weit, ich fahre Richtung Osten in knapp 3 Stunden bis nach Jabiru (der Jabiru ist ein großer Storch). Den Kakadu-Park-Pass kauft man am besten schon vor der Abfahrt online (öffnet in neuem Tab). In der Wet Season vom 01. November bis 14. Mai kostet der für 7 Tage $25.

Hier im Norden des Bundesstaates gibt es grob zwei Jahreszeiten. Von Oktober bis April ist die „Wet Season“ mit möglichen Zyklonen und den kräftigen Regenfällen während des Monsuns. Das Wetter im Kakadu National Park ist in sechs Jahreszeiten unterteilt. Aktuell ist Bangkerreng, die Erntezeit. Der Himmel ist meist klar und während die großen Wassermassen der Monsun-Zeit Gudjewg (Januar bis März) langsam verschwinden, klären die Flüsse wieder auf. Die meisten Pflanzen tragen Früchte und die Tiere kümmern sich um ihren Nachwuchs. Leider sind jedoch noch große Bereiche überflutet, sodass, wie erwähnt, viele nicht asphaltierte Straßen und infolgedessen auch der Zugang zu einigen Sehenswürdigkeiten und Trails noch gesperrt sind. Am besten informiert man sich im Vorwege über die Details auf der geplanten Route (z. B. Road Report (öffnet in neuem Tab), Kakadu (öffnet in neuem Tab), Kakadu News (öffnet in neuem Tab), Darwin (öffnet in neuem Tab), Access Report (öffnet in neuem Tab)…). Die beste Reisezeit ist Wurrkeng von Mitte Juni bis Mitte August.

Wie ich herausgefunden habe, ist der Name des Parks irreführend, da er vermuten lässt, dass dort besonders viele Kakadus vorkommen. Tatsächlich handelt es sich jedoch vermutlich um die falsche Aussprache einer seinerzeit in der Gegend gesprochenen Aboriginal-Sprache, dem Gaagudju. Seit über 60.000 Jahren wird die Gegend durchgehend von Aboriginals bewohnt. Die Auswahl der Unterkünfte in Jabiru ist nicht groß und damit ist bei spontanen Buchungen auch die Verfügbarkeit nicht überall gewährleistet. Die Anlage, in der ich bin, ist einfach, hat aber einen schönen Pool, was bei den Temperaturen wirklich ein Plus ist.

Als letzte Aktion des Tages buche ich mir spontan für morgen einen Rundflug über den Nationalpark.

Bereits um 8 Uhr muss ich am Flughafen, der knapp 10 Minuten Fahrt entfernt ist, sein. In dem kleinen Abfertigungsgebäude von kakadu Air (öffnet in neuem Tab) gibt es noch ein Briefing und die Route wird erklärt. Heute Morgen gehen 5 Passagiere an Bord der kleinen GippsAero G8 Airvan.

Direkt neben dem Flughafen wird seit 1980 Uran abgebaut. Die jährliche Produktion beträgt über 5500 Tonnen Uran. In der Vergangenheit gab es natürlich auch einige Zwischenfälle. So gelangten zum Beispiel im Jahr 2010 Millionen Liter radioaktiven Wassers in den Naturpark, in dem ja auch Aboriginals leben.

Am Morgen ist der Flug ziemlich ruhig, da um die Zeit nicht so viel Thermik im Spiel ist.

Um 10 Uhr sind wir wieder zurück am Flughafen. Ich fahre Richtung Süden zum Nawurlandja Lookout. Auf der Straße entdecke ich eine Braunschlange. Das ist die zweitgiftigste Schlange der Welt und die meisten tödlichen Schlangenbisse in Australien gehen auf ihr Konto. Offensichtlich ist sie verletzt, denn obwohl der Körper sich schlängelt, bewegt sie sich nicht von der Stelle. An der Straße halte ich in der Hoffnung, ein Krokodil zu entdecken, immer wieder mal an, wenn Wasser zu sehen ist.

Es gibt verschiedene Trails, die an alten Felsmalereien der Aboriginals vorbeiführen.